Spermaqualität zu Hause testen

Spermaqualität zu Hause testen sollte ab Herbst 2016 möglich sein

Wenn Paare sich entscheiden eine Familie zu gründen, ist das oft ein großer Schritt. Wenn sich jedoch der Eintritt einer Schwangerschaft verzögert, machen sich viele Paare mit der Zeit große Sorgen. Die Suche nach Ursachen führt sie auch in Kinderwunschzentren mit besonderen Behandlungsformen. Laut Untersuchungen der American Pregnancy Association ist bei etwa einem Drittel der Paare die Ursache für einen unerfüllten Kinderwusch die Unfruchtbarkeit des Mannes.

Spermaqualität testen – bald nun auch zu Hause möglich

Ein logischer Schritt, um die Fruchtbarkeitschancen von Männern zu ermitteln, ist die Überprüfung der Menge und Qualität der Spermien. Bislang war dazu ein Termin in einer Klinik nötig. Dort muss dann eine Spermaprobe in einem Plastikbecher abgegeben werden, das Sperma wird danach im Labor untersucht. Vielen Männern ist diese Situation bzw. sogar Vorstellung von der nüchternen Umgebung und kalten Klinikatmosphäre unangenehm.

Doch der Weg in die Klinik ist für diesen Zweck bald nicht mehr unbedingt notwendig, denn ein amerikanisches Unternehmen hat nun ein Verfahren für den Hausgebrauch entwickelt. Die Spermienanzahl kann mit Hilfe eines kleinen Geräts relativ kostengünstig in den eigenen vier Wänden gemessen werden. Eine Spermaprobe wird mittels einer Einweg-Testplatte in eine kleine Zentrifuge eingesetzt. Das Gerät trennt die Spermien vom Rest des Ejakulats – ein Sensor zählt danach die vorhandenen Schwimmer.

App sollte helfen, negative Faktoren zu erkennen

Die Spermienanzahl wird nach den Richtwerten der WHO klassifiziert. Die amerikanische Arzneimittelbehörde hat das Gerät in diesem Sommer zugelassen. Es soll voraussichtlich ab Herbst 2016 für Privatanwender zur Verfügung stehen.

Das Ergebnis kann auch über eine App auf das Smartphone übertragen werden. Die App soll Faktoren aufdecken, die die Spermienqualität negativ beeinflussen können. Somit möchte man schlechte Gewohnheiten erkennen um die Spermienqualität dann durch gezielte Verhaltensänderungen oder eine neue angepasste Ernährungsweise zu verbessern.

Nach Herstellerangaben sollen die Resultate ähnlich exakt wie die eines professionellen Tests im medizinischen Labor sein. Liegt die Ursache der Unfruchtbarkeit allerdings nicht an der Anzahl der Spermien, sondern an anderen Faktoren beispielsweise der Beweglichkeit, ist ein Arztbesuch weiterhin nicht zu vermeiden.
Das Gerät von Sandstone Diagnostics soll etwa 160 US-Dollar kosten.

Bild-Copyright © Scott Maxwell/flickr (CC BY-SA 2.0)